ab 1945

Schon im Jahre 1945 begannen in Hamburg die ersten Gruppen wieder mit ihren Aufführungen.
Über die Beweggründe, die vorherrschenden Probleme und erheblichen Anstrengungen geben die einzelnen Chroniken der Vereine deutlich Auskunft. Und auch der Hamburger Verband erwachte aus der Zwangspause.
 
In unserer Verbandszeitschrift hieß es damals im November 1955:
 
1945 – Der letzte Schuß ist gefallen. – Langsam gewöhnen wir uns wieder an die Nächte ohne Fliegeralarm.
Zuerst waren es nur Wenige, die zur Stelle waren.
Vor allen Dingen – die Sperrstunde. Trümmer – überall Trümmer und dazu der Hunger.
Ja so sah es damals aus!“
 
Und in dieser Zeit wurde die „Volksbühnenkunst“ als Vereinigung der Volksspielbühnen der Freien und Hansestadt Hamburg erneut wiederbelebt.
Zuerst waren es nur einige wenige Freunde, die sodann Adressen suchten. Bald waren weitere Volksbühnenspieler gefunden, die Hamburg verlassen hatten oder noch beim Militär waren. Ohne die erforderliche Erlaubnis trafen sie sich zuerst im kleinen Kreis im Guttempler-Logenhaus am Moorkamp und berichteten von ihren Erfahrungen. Schließlich konnten 14 Vereine zusammengebracht werden.
 
Am 25. September 1945 fand die erste größere Versammlung im Hotel „Phönix“ statt; und es folgten viele weitere.
 
Im Mai 1949 erschien die erste Ausgabe der Verbandszeitschrift „Der Volksbühnenspieler“. Eine neue Zeit brach an, die es den Mitgliedern ermöglichte, untereinander auf schriftlicher Ebene in aller Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit zu kommunizieren.
 
1954 wurden die Kontakte, die man bis dahin nur sporadisch pflegte, intensiviert. Die „Arbeitsgemeinschaft der Volksbühnenspiel-Verbände Deutschlands“ traf sich am 30. Mai 1954 in Hamburg. Unter der Leitung des Präsidenten der Hamburger Vereinigung, Hermann Nolting, waren weiter anwesend:
  • Paul Herder vom Verband für Heimat- und Volksbühnenspiel e.V., Bochum in Westfalen
  • Willy Kuhnt vom Bund deutscher Volkssbühnenspieler e.V., Berlin
  • Leo Griebler von der Beratungsstelle für Volks- und Laienspiel im Saarland.
 
Auf allen Ebenen gab es nun in Hamburg Kontakte untereinander: Sitzungen fanden statt, Gemeinschaftsaufführungen – seit 1945 regelmäßig – wurden durchgeführt und Kurse wurden abgehalten.
 
Am 31. Mai 1972 wurde Hermann Nolting nach 26jähriger Präsidentschaft durch Heinz Buschmann abgelöst.
 
Vom 1. bis 4. Mai 1975 fand in Hamburg ein Festival unter dem Motto „Spiel und Begegnung“ unter der Schirmherrschaft vom damaligen Senator für Wissenschaft und Kunst, Dieter Biallas, statt.
 
Im gleichen Jahr entstand die Idee eines Wettbewerbs der deutschen Amateurtheater während eines Gespräches zwischen den Herren Volker von Collande (Wolfsburger Stadttheater) und Hans Brecht (NDR Fernsehen). Bei der Endausscheidung vom 1. bis 5. Juni 1976 in Norderstedt waren auch Bühnen aus Hamburg vertreten. Aus dieser Veranstaltung wurde ein Forum der Begegnung, ie „Norderstedter Amateurtheatertage“ mit Teilnehmern aus Hamburg und Schleswig-Holstein.
 
1977 fanden unter der Mitwirkung vieler Bühnen des Hamburger Verbandes die „Niederdeutschen Tage in Hamburg 1977“ statt.
 
In den folgenden Jahren gab es ein stetes auf und ab im Verband. Viele der „alten“ Vereine verschwanden von der Bildfläche und neue tauchten auf. In dieser Zeit hielt sich die Mitgliederzahl immer so um die 20. Es wurden viele Auslandskontakte geknüpft und gegenseitige Gastspiele fanden statt.
 
Der Hamburger Verband engagierte sich zunehmend auch im Bundesverband. Im Jahre 1985 wurde der Hamburger Vize-Präsident, Heinz Pittelkow, zum Vize-Präsidenten des BDAT gewählt und schied in Hamburg aus seinem Amt aus.
 
1989 trat Heinz Buschmann als Präsident nach 18 Jahren zurück. Seine Nachfolgerin wurde Kathrin Oehme, die somit die erste Frau an der Spitze eines Landesverbandes in der Bundesrepublik Deutschland wurde. Sie ernannte Heinz Buschmann zum Ehrenpräsidenten.
 
Im Jahre 1993 wurde das 100jährige Bestehen des Verbandes Hamburger Amateurtheater e.V. gefeiert. In diesem Jahr fand auch bislang die letzte Bundesversammlung des BDAT in Hamburg statt.
 
Am 23. Februar 2011 stand Kathrin Oehme, die zwischenzeitlich zur Stadtpräsidentin von Norderstedt gewählt wurde, nach 22 Jahren für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger wurde der bisherige Vize-Präsident, Christian Dennert, einstimmig gewählt. Er ernannte als seine erste Amtshandlung Kathrin Oehme zur Ehrenpräsidentin.