Gemeinschaftsaufführung 2013 / 2014

Benefiz bei Mattler
oder
Das Hamburger Elyseum
 
von Friedrich Wilhelm Meyer-Brink
in der Bearbeitung von Konrad Hansen
 
Regie: Rolf Beier
 
Es handelt sich um eine Volkskomödie in 3 Akten, die in der Zeit um 1850 spielt. Vorbild für die Titelfigur „Mattler“ ist der Theaterdirektor Friedrich Emil Dannenberg, der 1857 das sog. „Elysium“, eine Komödienbude, auf dem Spielbudenplatz von einem gewissen Mattler übernommen hatte. Es wird die vermeintliche Polarität zwischen Volkstheater und sog. Regietheater dargestellt. Als einen Höhepunkt gibt es den „Faust“ von Goethe in einer Bearbeitung von unter 30 Minuten. Mit von der Partie sind diverse Hamburger Originale und historische Persönlichkeiten; und auch eine Liebesgeschichte kommt vor. Es gibt einige plattdeutsche Passagen, die jedoch von jeder und jedem zu bewältigen sind. 


Aufführungstage

Freitag, 27.09.2013 um 19 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Samstag, 28.09.2013 um 20 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Sonntag, 29.09.2013 um 16 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Freitag, 04.10.2013 um 20 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Samstag, 05.10.2013 um 20 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Sonntag, 06.10.2013 um 16 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Freitag, 11.10.2013 um 20 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Samstag, 12.10.2013 um 20 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
Sonntag, 13.10.2013 um 16 Uhr, Festsaal im Hosp. zum Hl. Geist in Poppenbüttel
 
Samstag, 19.10.2013 um 19 Uhr, Stadtteilschule Bahrenfeld
Sonntag, 20.10.2013 um 19 Uhr, Stadtteilschule Bahrenfeld
Samstag, 26.10.2013 um 19 Uhr, Stadtteilschule Bahrenfeld
Sonntag, 27.10.2013 um 15.30 Uhr, Stadtteilschule Bahrenfeld
 
Freitag, 10.01.2014 um 19.30 Uhr, Theater an der Marschnerstraße in Barmbek
Samstag, 11.01.2014 um 19.30 Uhr, Theater an der Marschnerstraße in Barmbek
Sonntag, 12.01.2014 um 18 Uhr, Theater an der Marschnerstraße in Barmbek
 
Sonntag, 02.02.2014 um 16 Uhr, Haus im Park in Bergedorf
 

Probenfoto von der Bühne

Benefiz bei Mattler

von links nach rechts: Thomas Voigt (VB Jenfeld), Birgit Schubert (BGSS), Kristian Amtsberg (DSV), Andreas Kirschner (DSV/Ensemble), Kristina Meizel (Börner Speeldeel), Uwe Ehlebracht (VB Jenfeld), Bettina von Krenski (DSV), Arne Hänsch (BGSS), Jasmin Schubert (BGSS), Andreas Fuchs (BGSS) und vor der Bühne Anita Bast (die rampe) als Souffleuse.

Mitwirkende

ROLLEN - Darsteller, Bühne
DANNENBERG, genannt Mattler - Kristian Amtsberg DSV
FRAU SORGE, seine Frau - Birgit Schubert Altonaer Amateurtheater
GRAF HAHN, Hoftheaterdirektor - Andreas Redepenning Ensemble/DSV
IDA V. HAHN-HAHN, seine Tochter - Jasmin Schubert Altonaer Amateurtheater
WILHELM HOCKER, Dichter - Arne Hänsch Altonaer Amateurtheater
KARL II, Diamantenherzog - Peter Lewerenz VB Thalia
MADEMOISELLE RUAUX, die schöne Marianne - Cornelia Storr Henneberg Bühne 
          und Daniela Faber Hans Sachs Bühne
SCHINDLER, ihr Verlobter - Andreas Fuchs Altonaer Amateurtheater
DER HERR SENATOR - Uwe Ehlebracht VB Jenfeld
DIE FRAU SENATOR - Heidi Sienknecht DSV
DEMOISELLE WANDA, beider Adoptivtochter - Anna Beeken Börner Speeldeel
CARSTEN SÖRENSEN, Kapitän - Henning Berghoff Altonaer Amateurtheater
SWANENHALS, gen. Die Schönheit von St Pauli - Ralf Meyer Lohbrügger Bürgerbühne
TRILLI, Schauspielerin bei Mattler - Bettina von Krenski DSV
SYNDIKUS SIEVEKING, König Warrekauri - Thomas Voigt VB Jenfeld
ALFRED MARR, Dichterhotelier - Peter Riewoldt Henneberg Bühne
THOMA SEIWALD, Wahrsager - Peter Burkart Henneberg Bühne
GRÄFIN HOLK, Klavierspielerin - Katrin Redepenning-Kirschner
KIRCHHOFF, Leinenmakler - Hermann v.d. Heide die rampe
          und Horst Woller Altonaer Amateurtheater
SEEMANN - Carsten Maron Henneberg Bühne
ADVOKAT - Rolf Beier Henneberg Bühne
NACHTWÄCHTER, DIENER - Arno Bast die rampe
STATISTEN

Regie: Rolf Beier Henneberg Bühne
Co-Regie: Axel Grabbe Altonaer Amateurtheater
Kostüm: Kerstin Fürst/Elke Ehlebracht VB Jenfeld
Maske: N.N.
Souffleuse: Anita Bast die rampe
Ton: Artur Meyer Henneberg Bühne
Beleuchtung : Jörg Käselau die rampe
Inspizienz: Alexandra Meizel Börner Speeldeel
Bühne: Arno Bast die rampe
Produktionsleiter: Christian Dennert VHAT / VB Rissen
Produktionsleiter-Assistent: Ralf Meyer VHAT / Lohbrügger Bürgerbühne
Bühnenbild: Peter Simonsen Henneberg Bühne

Der Regisseur über das Stück (aus der "Bühne" 519)

Friedrich Wilhelm Meyer-Brink hat sein Stück 1948 geschrieben. Die Uraufführung erfolgte 1951 im Deutschen Schauspielhaus in Kooperation mit der damaligen "Niederdeutschen Bühne" dem späteren "Ohnsorg-Theater". Heidi Kabel, Hilde Sicks, Hans Mahler und Hartwig Sievers waren damals mit von der Partie.

Meyer-Brink hat sein Stück als einen Hamburger Bilderbogen konzipiert, in dem historische Figuren aus der Mitte des 19. Jahrhunderts kräftig Seitenhiebe auf die Verhältnisse der späten vierziger Jahre in Hamburg austeilen. Insbesondere die damalige britische Besatzungsmacht wird – nicht immer fair – aufs Korn genommen und die Anspielungen auf die Verhältnisse in Hamburg des Jahres 1948 sind heute fast nur noch für den Historiker erkennbar.

Es bleibt aber ein Theaterstück, das das Theater, die Liebe zu ihm und die Freude am Schauspielern zum Inhalt hat. Das hat auch Friedrich Schütter erkannt, als er "Benefiz bei Mattler" in der Spielzeit 1988/89 in seinem Ernst-Deutsch-Theater in einer Bearbeitung von Konrad Hansen in der Inszenierung von Wilfried Dziallas herausbrachte.

Konrad Hansen hat den "Benefiz bei Mattler" entrümpelt, die antibritische Grundhaltung von Meyer-Brink über Bord geworfen, die Anspielungen auf die Gegenwart aktualisiert, das Stück gekürzt und es damit wieder spielbar gemacht. Geblieben sind aber die Anachronismen: Es treten Personen zusammen auf, die – historisch gesehen – sich hätten niemals treffen können, weil sie gar nicht zur selben Zeit gelebt haben. Allein die Fiktion, wie die wohl miteinander umgegangen wären, hätten sie einander getroffen, ist interessant.

Allerdings, die Anspielungen auf die Gegenwart des Jahres 1988 sind nun auch schon wieder überholt. Wir haben uns erlaubt, erneut zu aktualisieren. Die Herren Meyer-Brink und Hansen mögen es uns nachsehen.

Zum Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 1841: Christof Emil Dannenberg, genannt "Mattler" betreibt auf dem Spielbudenplatz in Hamburg sein "Elyseum-Theater". In seinen Inszenierungen dauern die Klassiker nur ca. eine Stunde, denn alles "Störende" wird einfach heraus gestrichen. Damit haben er und sein Unternehmen eine gewisse Berühmtheit erlangt, denn sogar Graf Hahn, seine Tochter Ida und Herzog Karl II von Braunschweig interessieren sich für das Elyseum. Auch Herr und Frau "Senator" mit Töchterchen Wanda sind interessiert, wobei aber Wandas Interesse mehr ihrem Geliebten, dem Kapitän Sörensen gilt.

Als „Senators“ davon Wind bekommen verbieten sie die Verbindung, worauf Sörensen nach Übersee geht, Wanda von zu Haus ausbüxt und als Schauspielerin bei Mattler anheuert. Die adligen Protagonisten des Stückes entpuppen sich als Hasardeure und Ban-krotteure; Karl II ist mit dem Staatschatz durchgebrannt und Graf Hahn muss, um eine drohende Pleite zu verhindern, seine Tochter an einen reichen Cousin verheiraten! 

Im dritten Akt darf Wanda in der mattlerschen Faust-Bearbeitung des Gretchen spielen. Sehr zum Gefallen von Hotelier Marr und Vetter Kirchhoff, zwei Figuren aus der Zeit. Im vierten Akt bleibt Wanda verschollen und Ida v. Hahn kann ihrem minderbegabten Ehemann nichts mehr beibringen; sie geht in ein Damenstift! Sörensen kehrt zurück nach Hamburg und ein Zigeuner sagt voraus, dass auch Wanda wieder zurückkehren wird. Das tut sie dann auch im fünften Akt: In Amerika zum Showstar avanciert, sinkt sie in die Arme ihres Geliebten, wogegen "Senators" nun auch nichts mehr einzuwenden haben. Bloß Mattler muss seinen Laden schließen: Er wird "Amtlicher Ausrufer" und darf "als Einziger in Hamburg die Wahrheit sagen und alle müssen ihm zuhören!"

Das Stück mit seinen sehr vielen kleinen und kleinsten Sprechrollen zu besetzen, war eine Sysiphusarbeit: Mehrfach wähnten wir uns in der Lage, nun alle Rollen besetzt zu haben, bis dann – aus nahezu heiterem Himmel – schon wieder eine gegebene Zusage mit teils sehr "abenteuerlichen" Begründungen widerrufen wurde.

Seit Januar 2013 sind wir am Proben und erst im Mai haben wir verlässlich ein Ensemble zusammenstellen können, sodass wir endlich kontinuierlich arbeiten können, ohne uns alle Augenblick auf neue Mitspieler einstellen zu müssen. Aus Angehörigen von zehn verschiedenen Bühnen setzen sich Ensemble und "Stab" zusammen. Das Bühnenbild ist im Werden und die Kostüme nehmen – zunächst nur "virtuell" – Gestalt an. Es geht also voran und einige Statisten haben wir auch schon! Aber: Wir brauchen noch etwa vier bis fünf Damen und Herren. Wir sind da aber zuversichtlich, denn die noch zu bewältigenden Besetzungsengpässe sind – gemessen an den schon gehabten – ein "Klacks", wie der Hamburger sagt . . .

Wir, Ensemble und Stab von "Benefiz bei Mattler" freuen uns darauf, unser Stück einem hochverehrten Publikum präsentieren zu dürfen, denn wie sagt "Mattler" auf der Bühne? "Du hest dat ole Komödiantenbloot wedder in Wallung bröcht!"

Ja, das hat er, der Christof Emil Dannenberg, genannt "Mattler"!

Rolf Beier