Der Unterschied Profi-/Amateurtheater (aus der "Bühne")

19.08.2016 14:53

Der Unterschied zwischen Profi- und Amateurtheater aus Sicht des Betrachters

Ralf MeyerLiebe eifrige Leser unserer Verbandszeitschrift „Die Bühne“,

ist es nicht erstaunlich, in was für einer schnelllebigen Zeit wir doch leben? Das fällt mir im besonderen immer mit unserem geliebten Hobby extrem auf.

Da freut man sich am Jahresanfang auf die neue Saison, die in der Regel mit einem Frühjahrsstück beginnt - und die Dauer der Vorbereitungen, der Proben und der Aufführungen fliegt dann an einem vorbei, sodass man sich jedes Mal erneut fragt: „Wo ist eigentlich die Zeit geblieben?“

Nun gut, es beginnt dann für die meisten von uns die Sommerpause, die sich aber auch von Jahr zu Jahr immer kürzer gestaltet - und früher als gedacht, fängt der Stress mit Herbst- und Weihnachtsmärchenproduktion an. Startschuss zu dieser aufregenden Phase ist immer die zweite Ausgabe im Jahr unserer Verbandszeitschrift, die Ihr jetzt druck- bzw. datenfrisch vor Euch liegen habt. Ich hoffe, dass das neue Design und die neuen Inhalte Euch
gefallen, wobei wir wohl noch lange nicht das Ziel der Veränderungen erreicht haben. Wie heißt es so schön, man wächst mit seinen Aufgaben.

Und das führt mich jetzt direkt zu meinem Thema: „Der Unterschied zwischen Profi- und Amateurtheater aus Sicht des Betrachters“. 

Sieht man mal von Kosten-, Marketing-, Sponsoring- und vielen anderen Begleiterscheinungen ab und betrachtet nur das Wesentliche, das Spiel auf den Brettern, die die Welt bedeuteten, so stellt man schnell fest, dass es gar keinen Unterschied gibt. Alles das, was wir im Amateurtheater tun, um Erfolg bei unseren Zuschauern zu haben, macht das Profitheater genauso. Vielleicht sind die Dimensionen andere, aber im Kern der Sache leisten wir die gleiche Arbeit wie die Profis.

Ich frage mich allerdings, warum die Politik das Profitheater so hofiert und das Amateurtheater in den meisten Fällen bei unseren Politikern überhaupt nicht stattfindet. Hier eine Kehrtwende zu schaffen, wird uns die nächsten Jahre sehr beschäftigen, wobei der Ausgang doch ungewiss bleibt, denn ein Umdenken in Betonköpfen zu erreichen, ist wirklich eine Herkulesaufgabe. Aber nicht nur unsere Volksvertreter müssen endlich erkennen, was das Amateurtheater für diese Gesellschaft leistet, nein, auch der einzelne Bürger auf der Straße sollte endlich das süffisante Lächeln ablegen,
wenn das Thema Hobbytheaterspiel auf die Tagesordnung kommt. 

Und hier rufe ich Euch alle auf den Plan. Macht überall Werbung für unsere Sache, denn ich habe die Erfahrung gemacht, wenn wir es schaffen, die noch Ahnungslosen in unsere Theater zu locken und sie mit unserer Kunst zu erreichen, dann gewinnen wir sie zumindest temporär und entziehen sie ein stückweit der Profi- und Staatstheater, welche angeblich ja viel besser sind als wir.

So, mit den Worten von Angela Merkel „wir schaffen das“, entlasse ich Euch nun in eine erfolgreiche
zweite Theaterjahreshälfte 2016.

Herzliche Grüße
Ralf Meyer

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