von Webmaster
Tipps und Tricks - Regie 8
Spielbare Verben – so kommunizierst du klar mit den Darstellenden
Wenn du in der Probe eine Szene verändern willst, helfen oft klare Ansagen. Dabei ist wichtig, dass du genau beobachtest und klare Hilfe anbietest. Eine typische und wenig hilfreiche Rückmeldung wäre: „Das war noch nicht glaubwürdig“.
Stattdessen könntest du rückmelden: „Ich habe gesehen, dass du beim letzten Satz aufgehört hast, auf deinen Spielpartner zu reagieren.“
Das benennt beobachtbares Verhalten statt es zu bewerten – und gibt dem Schauspieler eine konkrete Ansatzstelle. Bei dieser Art von Rückmeldung lassen sich Verben am besten einsetzen, wenn sie:
- auf den Partner gerichtet sind
- im Moment veränderbar bleiben
- nicht festlegen, wie etwas zu fühlen ist
Das kann zum Beispiel so klingen:
- „Zwing ihn, dir zuzuhören“
- „Bring sie aus der Fassung“
- „Verhindere, dass er dich durchschaut“
- „Hol dir ihre Zustimmung“
- „Triff ihn da, wo es weh tut“
Diese Formulierungen erzeugen:
- Handlungsdruck
- Reaktionsoffenheit
- echte Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt
Damit ist die Regie weniger in der Rolle, alles zu deuten und psychologische Erklärungen zu geben oder zu erklären, “wie die Figur gemeint” ist. Statt dessen kommen präzise gesetzte Impulse zum Einsatz und das Vertrauen in den Prozess wird gestärkt.
Das bedeutet auch ein Umdenken, denn hier ist die Regie kein Bestimmer und Vorgeber, sondern eher ein “Geburtshelfer”, bis die Szene so wird, wie sie sein soll. Der Schauspieler soll nicht zeigen, was er fühlt, sondern wirklich etwas tun, das ihn fühlen lässt. Dafür muss die Regie Handlungen anstoßen, Beziehungen aktivieren und Prozesse ermöglichen, die die Schauspieler:innen ins Gefühl bringen.