von Webmaster
Tipps und Tricks - Regie 6
Regiekommunikation mit Meisner-Technik
Wenn Kommunikation das zentrale Werkzeug der Regie ist, dann liefert die Meisner-Technik eine präzise Antwort auf die Frage, wie dieses Werkzeug eingesetzt werden sollte:
Nicht über psychologische Erklärungen oder emotionale Zuschreibungen, sondern über Handlung, Impuls und Reaktion im Moment.
Meisners berühmter Leitsatz lautet: „Acting is the reality of doing.“ Das hat unmittelbare Konsequenzen für die Probenarbeit.
Vom „Gefühl“ zur impulsiven Handlung
Die klassische Regieanweisung – „Da fehlt Gefühl“ – widerspricht im Grunde dem Meisner-Ansatz. Denn sie fordert etwas, das sich nicht direkt herstellen lässt und lenkt die Aufmerksamkeit des Schauspielers weg vom Partner hin zum eigenen Innenleben.
Im Sinne Meisners wäre die entscheidende Frage stattdessen:
Was will ich von meinem Gegenüber – hier und jetzt?
Eine entsprechend transformierte Anweisung könnte lauten:
„Bring ihn dazu, hierzubleiben – egal, was er sagt.“
Oder noch Meisner-näher:
„Lass nicht zu, dass er geht.“
Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend: Die Aufgabe erzeugt Dringlichkeit, richtet den Fokus nach außen und zwingt den Schauspieler, auf den Partner zu reagieren, statt ein Gefühl zu „produzieren“.