von Webmaster
Tipps und Tricks - Regie 4
Regiekommunikation
Kommunikation ist das zentrale Instrument der Regie – nicht im Sinne bloßer Anweisung, sondern als Übersetzung künstlerischer Intention in spielbare Handlung. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie etwas gesagt wird: abstrakte Bewertungen erzeugen Unsicherheit, während konkrete Handlungsimpulse Spiel freisetzen.
Eine häufige Probensituation ist zum Beispiel: Ein Schauspieler erscheint „zu wenig emotional“.
Die naheliegende Regieanweisung – „Da fehlt Gefühl“ – bleibt jedoch vage und letztlich unbrauchbar. Sie benennt ein Defizit, bietet aber keinen Ansatz zu dessen Bearbeitung. Zudem verschiebt sie den Fokus auf ein inneres Resultat („Gefühl“), das sich nicht direkt herstellen lässt.
Zielführender ist es, die Aufmerksamkeit auf eine konkrete, nach außen gerichtete Handlung zu lenken:
„Versuch, ihn unter allen Umständen zum Bleiben zu bewegen – koste es, was es wolle.“
Hier geschieht ein entscheidender Perspektivwechsel:
Nicht das Gefühl wird adressiert, sondern das Ziel der Figur und ihr Handlungsdruck. Emotion entsteht dabei als Folge von Handlung, nicht als deren Voraussetzung.
Am besten nutzt ihr aktive, transformative Verben, die eine klare Ausrichtung haben und sich unmittelbar umsetzen lassen. Wenn die Figuren auf der Bühne etwas tun sollen, dann nutze am besten Verben wie
- überzeugen
- abwehren
- verbergen
- angreifen
- verführen
- beschwichtigen
- provozieren
- kontrollieren
Diese Verben sind deshalb so wirksam, weil sie
- auf ein Gegenüber gerichtet sind
- eine konkrete Energie erzeugen
- Variationen im Spiel ermöglichen
- ohne psychologischen Überbau verständlich bleiben
Sie ersetzen keine Figurenanalyse, sondern machen sie praktisch nutzbar im Moment des Spiels.